Kollegiale Beratung, Video (6`23)

Kollegiale Beratung. Eine hilfreiche Methode bei anspruchsvollen Situationen im Führungs- und Beratungsalltag, Transkript

Wir stellen uns vor: Barblina, Christine, Ruth und Carin

Szene Anliegen: Barblina gibt Schlagzeile, Ziel, gutes Ergebnis, spezielle Frage an die Gruppe, Moderation Carin

Carin: Barblina, du hast uns dein Anliegen kurz geschildert. Du hast die Schlagzeile, die heisst die Mischung. Als Ziel hast gesagt: Du weißt, wie du in der Geschäftsleitung (GL) den ersten Schritt von der Wende inszenierts und hättest als Ergebnis gerne einen Prototyp. Und dir ist es wichtig, dass wir in die Schuhe der GL treten und darauf achten, dass dein Prototyp auch brauchbar ist. Hab ich dich richtig verstanden?

Barblina: Genau!

Während Barblina ihr Anliegen schildert, visualisiert Ruth das, was sie verstanden hat. Die Gruppe achtet auf vorhandene Ressourcen. Die Rückmeldungen erweitern Barblinas Sichtweise.
Nun gilt es eine geeignete Methode für die Bearbeitung von Barblinas Anliegen zu finden.

Szene Wahl der Methoden: Moderation Christine
Christine: Jetzt würde ich dich gerne fragen, ach, was zieht dich an, wo hast du am meisten Lust, einzusteigen?

Barblina: Jetzt hast du so schön Erklärungen zu den Methoden gegeben. Was verstehst du unter einem Multilemma? Nur einen Satz.

Christine: Du hast ja zwei Varianten genannt und kannst dich nicht entscheiden zwischen dem Einen und dem Anderen. Und, Multilemma ist eine Methode, mit der du beide Varianten anschaust, einen Kompromiss in Beidem findest, vielleicht aber auch etwas ganz anderes auswählst.

Barblina: Also, dann hätte ich gerne das Multilemma.

Szene
Bearbeitung: Multilemma, Moderation Christine

Christine: Ich würde dich gerne bitten, die erste Position dahin zu legen, wo ein guter Platz für dich wäre. Das ist die eine Option.

Barblina: Auf den Boden?

Christine: Die darfst du gerne da hinlegen, wo du möchtest.
Ich würde dich nun bitten, die andere Idee, Möglichkeit zu legen.
Du hast das Eine, du hast das Andere, nun hast du die Variante Beides. Wo würdest du die hinlegen?

Barblina: Die lege ich dort in die Mitte.

Szene
Erste Schritte: Moderation Christine
Barblina: Ich glaube, jetzt ist etwas ganz klar geworden. Ich muss beides berücksichtigen (fertiges Konzept vorlegen versus alles mit den Beteiligten entwickeln) und schauen, was kommt an und was wird gebraucht.

Abschliessend zieht Barblina ihr Fazit und erhält Rückmeldungen aus der Gruppe.

Szene
Feedback und Reflexion: Moderation Carin
Carin: Barblina, was nimmst du dir mit?

Barblina: Mir ist jetzt schon mal viel leichter. Ich nehme mit, dass ich gut hinschauen und wahrnehmen muss, ohne mit einem fixen Bild (Konzept) aufzutreten. Mir ist wichtig, dass ich damit auch spielen kann, (zwischen Vorgeben und entstehen lassen). Es ist ja auch ein Spiel.

Carin: Am Anfang hatte ich den Eindruck, das ist eine sehr kopfige Geschichte, sehr komplex, sehr strukturiert. Und was mir so gefallen hat ist, dass du in eine Verkörperung reingegangen bist, Wege abgegangen bist und gespürt hast, nun ist mir wohl.

Ruth: Für mich war zu beobachten, wo die Energie ist. Und die war definitiv nicht beim Einen, was ich erwartet hätte.Beim Anderen und bei Beidem haben deine Augen geleuchtet. Das Wort Mischung kommt mehrmals. Mischung der harten und weichen Faktoren, aber auch wieviel gibst du schon vor, planst du und wieviel kannst du zusammen entwickeln, damit spielen. Und, Mischung ist ganz wichtig. Nachher auch noch die Mischung von Nahe Herangehen, Loslassen und auf Distanz gehen.

Carin an Christine: Und was mir methodisch gefallen hat, du hast für mich eine ganz andere Arbeitsweise mit der Methode ausprobiert. Die ist für mich sehr strukturiert und ich fand es toll zusehen, wie man die auch unstrukturiert und spielerisch verwenden kann, und dass das genau richtig war.

Unsere Arbeitsweise:
• Die ganze Gruppe ist aktiv beteiligt.
• Die Fallgebende ist Expertin ihrer Situation.
• Die Moderationsrolle ist zugewiesen.
• Das Anliegen wird erläutert.
• Entscheid für das methodische Vorgehen.
• Die Bearbeitung konzentriert sich auf Lösungsideen.
• Ideen für den ersten Schritt werden festgehalten.
• Feedback und Reflexion unterstützen die Umsetzung.

Ausschnitte aus einer kollegialen Beratung, 2013

Beteiligte
Barblina Risch, Solothurn
Carin Mussmann, Zürich
Christine Salkeld, Basel
Ruth Stoffel, Bern